Jägercorps 1924 Wevelinghoven


Seit der Gründung der Bürger-Schützen-Vereins Wevelinghoven im Jahre 1924 marschieren Jäger in den Reihen des Schützenregimentes mit und bilden heute das größte der drei Wevelinghovener Corps. So gehört beispielsweise der Jägerzug „Germania“, der sich aus den Reihen des „Turnvereins Germania“ rekrutierte und sich früher „Frisch auf“ nannte, zu den Zügen der ersten Stunde.

Nach dem 2. Weltkrieg, als im Jahre 1949 das erste Nachkriegsschützenfest gefeiert wurde, wurde kein militärisches Auftreten gewährt. So musste auf Degen und Gewehre sowie aus Kostengründen auf Füllhörner verzichtet werden und stattdessen wurden blumengeschmückte Stöcke mitgeführt. Die Jäger traten zunächst in weißer Hose und Hemd bzw. mit Krawatte auf. Die in Wevelinghoven traditionellen grünen Uniformen mit Sackoschnitt sind vermutlich auf die ortsansässige Kleiderfabrik Gilles zurückzuführen. Daher wird von den Wevelinghovener Jägern auch kein hochgeschlossener grüner Waffenrock getragen.

Vieles aus den Jahren vor 1973 liegt im Dunkeln. Unterlagen aus dieser Zeit sind kaum vorhanden, auch wenn sich Arbeitsgruppen mit den verschiedenen Vorbereitungen zum Jahresablauf befassten. Erst nach Erstellung einer corpseigenen Satzung, die 1973 verabschiedet wurde und 1998 verschiedene Ergänzungen erhielt, wurde ein Vorstand für das Corps gewählt.

Als Jägermajor trat Adolf Krall (genannt „Opa Krall“) erstmalig im Jahre 1932 auf. Ihm folgten in den Jahren Adam Schilden (gegannt „Blücher“) [1955 - 1966], der spätere Generaloberst des Bürger-Schützen-Vereins [1966 - 1979]; Josef Noethen (genannt „Knoll“) [1966 - 1990]; Peter Mattheisen [1991 - 2001] und der heutige Jägermajor Rainer Schumacher [seit 2001].

Seit 1973 führte satzungsgemäß Josef Noethen des Vorsitz des Corps. 1991 übernahm Franz-Josef Klasen, der seit 1973 dem Jägervorstand als 2. Vorsitzender angehörte, den Posten des 1. Vorsitzenden. In der Jahreshauptversammlung 2006 wurde er von „seinen Jägern“ zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seitdem liegt der 1. Vorsitz bei Hartmut Batz, dem früheren Geschäftsführer des Corps.

Die Fahne des Jägercorps 1924 Wevelinghoven wurde im Jahre 1933 angeschafft und im Jubiläumsjahr 1999 durch eine neue Fahne nach alten Vorbild ersetzt. Die alte denkmalgeschützte Fahne hängt seitdem in der Sparkassenfiliale Wevelinghoven für alle zur Ansicht aus.

Im Jahresverlauf treffen sich die Wevelinghovener Jäger zu den verschiedensten Veranstaltungen. So werden Offiziersversammlungen abgehalten, um alle wichtigen Dinge für die verschiedensten Festivitäten zu besprechen. Die Jahreshauptversammlung bestimmt über alle wichtigen Entscheidungen des Corps. Fand zunächst der Jägerball an wechselnden Terminen statt, so wurde 1983 der „Tanz in den Mai“ im Festzelt auf dem Marktplatz eingeführt. Sowohl der alljährlich stattfindende „Tanz in den Mai“, als auch das Schießen der Jäger auf dem corpseigenen Schießstand im kath. Pfarrzentrum am Klosterweg bilden Säulen des Veranstaltungskalenders des Corps. Würde früher der Adolf Krall Gedächntispokal ausgeschossen, so wird seit 1995 der Corpskönig der Jäger ermittelt. Am Fronleichnamstag nehmen seit 1979 Jäger in Uniform und mit Blumenhorn an der Prozession teil.

Zum Schützenfest bilden die 35 Jägerzüge mit über 450 Schützen, ihren grünen Uniformen und den weißen Festtagshosen sowie den blumengeschmückten Hörnern und Holzgewehren ein wahrhaft beeindruckendes Bild. So stellt die Blumenhornparade am Schützenfestsonntag neben dem Fackelzug am Samstagabend einen Höhepunkt des Wevelinghovener Schützen- und Heimatfestes dar.